Verfasst von politlukullus am August 12, 2008
Ulrich M. Schmid schildert die Sicht der Dinge zu den kaukasischen Wirren aus der historischen Perspektive. Dass Russland nicht zimperlich ist, wenn es um seine Interessen geht, dürfte allen bekannt sein.
Der russisch-georgische Krieg ist das Ergebnis langer historischer Kontroversen. Dabei spielen nicht nur sowjetische, sondern auch imperiale Altlasten eine Rolle. Die abchasischen und ossetischen Autonomieansprüche müssen in einem breiteren Spannungsfeld gesehen werden, das von ethnischen, nationalen und konfessionellen Faktoren bestimmt wird.
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Verfasst von politlukullus am August 11, 2008
20min und radio drs1 melden, der georgische Internet-Verkehr sei schwer gestört, die Regierungsseiten wären nicht erreichbar. Prüfen Sie den Wahrheitsgehalt der Meldung hier. Der Telegraph meldet dasselbe.
Fake bei Heise, drs1, 20min und Telegraph?
Nachtrag – auch SpOn macht mit und behauptet, die Site sei seit dem 8. August nicht mehr aktualisiert worden…
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Verfasst von politlukullus am August 4, 2008
Seit Monaten schon hatte sich Alexander Issajewitsch Solschenizyn nicht mehr gezeigt. Gestern starb der weltweit bekannte Schriftsteller und Historiker in seinem Haus an Herzversagen, wie sein Sohn Stepan der Nachrichtenagentur AP sagte. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sprach der Familie sein Beileid aus. Vor einem Jahr gab er noch einmal ein umfangreiches Interview. Er sprach damals über die verhängnisvolle Geschichte Russlands, das Versagen von Gorbatschow und Jelzin und seine Enttäuschung über den Westen.
Solschenizyn wurde 1918 im Nordkaukasus geboren und zog als Kind mit seiner Mutter nach Rostow am Don, wo er nach dem Abitur an der Physikalischen und Mathematischen Fakultät studierte. Danach arbeitete er kurz als Physiklehrer und wurde 1941 zur Roten Armee eingezogen. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde er wegen abfälliger Bemerkungen über Stalin verhaftet. Er hatte den Machthaber in einem Brief als den „Mann mit dem Schnauzbart“ bezeichnet. Solschenizyn verbrachte damals mehrere Jahre in Straflagern.
Nach einer kurzen Karriere in der Sowjetunion als Schriftsteller Anfang der 60er Jahre in der Zeit von Parteichef Nikita Chruschtschow fielen seine als zu politisch betrachteten Werke in Ungnade. 1970 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Normalerweise ehrt die schwedische Akademie der Wissenschaften Schriftsteller erst nach Jahrzehnten des Schaffens. Solschenizyn durfte für die Auszeichnung nicht nach Stockholm reisen. Die Anfeindungen der Behörden verschärften sich, als 1973 in Paris der erste Band der „Gulag“-Trilogie erschien.
Solschenizyn schloss sich schließlich einer Gruppe Bürgerrechtlern an, wurde 1974 verhaftet, ausgebürgert und nach Westdeutschland abgeschoben. Aufnahme fand er zunächst beim Schriftstellerkollegen Heinrich Böll. Später zog er in die Schweiz. 1976 verließ er die Schweiz und zog mit seiner Familie auf eine Farm nahe der Kleinstadt Cavendish im amerikanischen Bundesstaat Vermont. Im Westen hatte Solschenizyn in den Folgejahren die Rolle des Mahners, Moralisten und Propheten, der in Vorträgen und Interviews immer wieder eindringlich vor zu großen Zugeständnissen an die Sowjetunion warnte.
Sein moralischer Rigorismus, mit dem er auch die westlichen Demokratien kritisch bewertete, fand gleichermaßen Anklang und Ablehnung. Anfang der 90er Jahre wurde er in Russland rehabilitiert und erhielt seine Bürgerrechte zurück. Mitte der 90er Jahre kehrte er unter großem Medieninteresse nach Russland zurück. Später äußerte er sich verärgert und enttäuscht darüber, dass die meisten seiner Landsleute seine Bücher nicht gelesen hatten. Solschenizyn blieb bis kurz vor seinem Tod ein kritischer Beobachter des neuen Russlands. Ähnlich wie der frühere Staatspräsident Wladimir Putin lehnte er eine russische Gesellschaft nach westlichem Vorbild ab und sprach sich dafür aus, dass das Land seinen eigenen Weg gehen müsse.
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